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Ingwer: Fruchtig-scharf und vielseitig einsetzbar

Ingwertee ist schon seit einiger Zeit ein beliebtes Trendgetränk. Kein Wunder – seine Würze ist einzigartig im Geschmack und verleiht Deinem Tee das gewisse Etwas. Aber was ist Ingwer eigentlich genau? Und woher kommt die vielseitige Knolle? Zusammen mit Kardamom, Kurkuma und Galgant gehört Ingwer zu den Ingwergewächsen und zu den ältesten Gewürzen der Welt. Vor allem in der Küche wird die knubbelige Knolle (Rhizom genannt) gern verwendet. Ingwer duftet zitronig und besitzt einen fruchtig-scharfen Geschmack.

Frische Ingwerwurzeln mit grünen Stielen, angeordnet in einem geflochtenen Korb.

Wo wächst Ingwer und wie sieht er aus?

Ingwer (Zingiber officinale) stammt ursprünglich aus den Tropen und Subtropen und bevorzugt ein warmes, feuchtes Klima. Heute wird die Ingwerpflanze unter anderem in Ländern wie Indien, Indonesien und China angebaut und von dort in die ganze Welt exportiert. Unter geeigneten Bedingungen lässt sich Ingwer aber auch zu Hause, beispielsweise auf der Fensterbank, kultivieren. Die Ingwerpflanze kann bis zu zwei Meter groß werden. Die Wurzeln werden sowohl frisch als auch getrocknet verwendet.

Eine leuchtend rote Ingwerblüte, umgeben von üppigem grünem Laub.

Wie die unterirdisch wachsende, verdickte Wurzel mit der beige-braunen Oberfläche aussieht, ist vielen geläufig – doch wie sieht eine Ingwerpflanze eigentlich aus? Die Blätter sind lang und schmal und können bis zu 30 cm lang werden. Ingwerblüten haben eine Röhrenform und kommen in verschiedenen Farben wie Weiß, Rosa und Gelb vor.

Ingwer-Steckbrief auf einen Blick

Merkmal Details
Botanischer Name Zingiber officinale
Pflanzenfamilie Ingwergewächse (Zingiberaceae)
Verwendeter Pflanzenteil Rhizom (umgangssprachlich „Wurzel“)
Herkunft Tropen & Subtropen Süd- und Südostasiens
Hauptanbaugebiete Indien, China, Nigeria, Indonesien
Wuchshöhe bis zu 2 Meter hoch
Geschmacksprofil scharf, würzig, zitronig-frisch
Erntezeit (Anbau zu Hause) ca. 8 bis 10 Monate nach Pflanzung
Bekannteste Zubereitung Ingwertee, Ingwer-Shot, Gewürz
Ingwer in Kisten gesammelt

Welche Inhaltsstoffe stecken in der Ingwerwurzel?

Das würzige, scharfe Aroma von Ingwer entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Scharf- und Aromastoffe. In der Ingwerwurzel wurden bereits mehr als 100 unterschiedliche Aromabestandteile identifiziert. Sie verleihen dem Ingwer sein unverwechselbares Geschmacks- und Duftprofil.

  • Gingerole: Gingerole gehören zu den charakteristischen Scharfstoffen der frischen Ingwerwurzel. Sie sorgen für die typische intensive Schärfe und Würze. [1]
  • Shogaole: Bei der Trocknung oder Erhitzung können aus Gingerolen Shogaole entstehen. Sie tragen ebenfalls zur Schärfe bei und werden geschmacklich häufig als noch intensiver wahrgenommen. Deshalb kann getrockneter oder gemahlener Ingwer beispielsweise in Tee oder Gewürzmischungen schärfer schmecken als frischer Ingwer. [2]
  • Zingeron: Bei der Verarbeitung und längeren Lagerung können aus Gingerolen weitere Aromastoffe wie Zingeron entstehen. Zingeron besitzt ein milderes, leicht süßlich-würziges Aroma und ergänzt das Geschmacksprofil von Ingwer. [3]
  • Ätherische Öle: Ätherische Öle wie Zingiberen ergänzen das charakteristische Ingweraroma. Sie tragen insbesondere zu den feinen, zitronig-würzigen Duftnoten der Ingwerwurzel bei. [4]

Ingwer selbst pflanzen

Auch in Österreich kann man Ingwer anbauen – wenn man auf die richtigen Bedingungen für die Pflanze achtet. Wir erläutern im Folgenden Schritt für Schritt, wie Du Ingwer selbst anpflanzen kannst:

  1. Besorge Dir eine feste, frische Bio-Ingwerwurzel. Der beste Zeitpunkt zum Einpflanzen ist der Frühling.
  2. Schneide die Wurzel in ca. 5 cm große Stücke. Achte darauf, dass sich an jedem Stück ein „Vegetationsknoten“ befindet, an dem die Knospen austreiben können.
  3. Lass die Stücke über Nacht in einer Schale mit Wasser liegen.
  4. Nimm einen großen Blumentopf (Höhe: ca. 30 cm) mit nährstoffreicher, torffreier Erde und gib die Wurzelstücke mit der Schnittfläche nach unten in die Erde. Bedecke danach alles mit einer dünnen Schicht Erde.
  5. Um für mehr Luftfeuchtigkeit zu sorgen und damit den Keimprozess zu fördern, kannst Du den Topf mit Frischhaltefolie abdecken.
  6. Stelle den Topf an einen hellen, warmen Ort. Bis der Ingwer zu keimen anfängt und erste Triebe erkennbar sind, können einige Wochen vergehen. Sobald Du die ersten Keime siehst, kannst Du die Frischhaltefolie entfernen.
  7. Gieße die Pflanzen regelmäßig, ohne dabei Staunässe entstehen zu lassen. Über mehrere Monate wächst die Ingwerpflanze und kann über einen Meter hoch werden.
  8. Warte nun, bis sich die Blätter gelblich färben – dann ist der Ingwer bereit für die Ernte.

Ingwer haltbar machen

Wenn Du nicht die ganze Knolle auf einmal verwenden möchtest, kannst Du den Ingwer auf verschiedene Art und Weise haltbar machen. Besonders einfach ist das Einfrieren: Dafür schälst und raspelst Du ihn und gibst ihn dann portionsweise in eine Eiswürfelform. Eine weitere Möglichkeit kennen Sushi-Fans sicherlich: Ingwer kann man in Essig, Salz und Zucker einlegen. Und das funktioniert so:

Ingwerknolle auf einem Schneidebrett mit einem Messer daneben.

Um 300 g Ingwer einzulegen, brauchst Du:

  • 150 ml Reisessig
  • 3 EL Zucker
  • 1 EL Salz

Zuerst schälst Du den Ingwer mit einem Löffel und schneidest ihn anschließend in hauchdünne Streifen. Diese bestreust Du dann in einer Schüssel mit Salz und lässt sie eine Stunde stehen.

Spül den Ingwer danach im Sieb mit Wasser ab und lass ihn abtropfen. Im nächsten Schritt lässt Du Reisessig und Zucker im Topf für 1 bis 2 Minuten kurz aufkochen und nimmst den Topf dann vom Herd. Jetzt gibst Du den Ingwer in ein ausgekochtes Einweckglas und gießt die Reisessig-Zucker-Mischung darüber. Das Glas gut verschließen und im Kühlschrank lagern: Nach 24 Stunden ist Dein Sushi-Ingwer perfekt!

Ingwer trocknen: So einfach geht’s

Neben dem Einfrieren oder der Lagerung im Kühlschrank ist auch das Trocknen von Ingwer eine bewährte Methode, um ihn länger haltbar zu machen. Getrockneter Ingwer eignet sich besonders gut zum Würzen von Currys, Gebäck oder anderen Gerichten. In Scheiben oder gemahlen nimmt er wenig Platz ein und lässt sich über längere Zeit aufbewahren.

So geht’s Schritt für Schritt:

  1. Ingwer vorbereiten: Wasche den Ingwer gründlich und tupfe ihn trocken. Schneide ihn anschließend in etwa 2–3 mm dünne Scheiben.
  2. Ingwer trocknen: Dafür hast Du mehrere Möglichkeiten:
    • An der Luft: Verteile die Ingwerscheiben auf einem Gitter und lasse sie an einem warmen, trockenen und gut belüfteten Ort mehrere Tage trocknen.
    • Im Backofen: Trockne den Ingwer bei etwa 40–50 °C. Lass die Backofentür einen Spalt geöffnet, damit die Feuchtigkeit entweichen kann, und wende die Scheiben zwischendurch.
    • Im Dörrautomaten: Trockne die Ingwerscheiben bei etwa 40–50 °C für rund 6–10 Stunden.
  3. Trocknungsgrad prüfen: Der Ingwer ist ausreichend getrocknet, wenn die Scheiben vollständig hart und brüchig sind.
  4. Richtig aufbewahren: Bewahre den getrockneten Ingwer luftdicht, trocken und dunkel auf. Für die Verwendung als Gewürz kannst Du die getrockneten Scheiben bei Bedarf im Mörser oder einer Gewürzmühle zu Pulver verarbeiten.
Zwei Schalen mit Kräutersuppe auf einem Holztisch mit frischen Zutaten, Besteck, Salz und Pfeffer.

Ingwer in der Küche einsetzen:

Ingwer wird bereits seit langer Zeit als Gewürz verwendet. Da sein purer Geschmack so intensiv scharf ist, lässt sich Ingwer wunderbar mit vielen anderen Lebensmitteln kombinieren. Besonders gut eignen sich beispielsweise Zitrusfrüchte oder Kräuter wie Minze und Zitronengras.

Auch mit einer feinen Süße lässt sich die markante Schärfe harmonisch ausbalancieren. Wer die fruchtig-scharfe Kombination als süßen Genuss für zwischendurch oder unterwegs schätzt, greift zum Beispiel zu unseren Willi Dungl® Bio Bonbons Ingwer & Zitrone oder Orange, Ingwer & Kurkuma mit Zutaten aus biologischem Anbau.

Durch diese vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten integrieren Kulturen weltweit Ingwer in ihrer Küche. Denn nicht nur im asiatischen Raum, sondern auch hierzulande kommt er regelmäßig zum Einsatz. Beliebt ist Ingwer zum Beispiel in Möhrensuppe, oder Currys.

Eine Tasse Ingwertee neben Teebeutelpackungen und Ingwerknollen

Ingwer als Getränk zubereiten

Ingwer verleiht nicht nur Speisen ihre Schärfe. Der feurige Allrounder ist heute auch Hauptzutat zahlreicher „It-Getränke“, wie Tees, Eistees oder Cocktails. Du kannst Ingwer also warm oder kalt trinken. Selbst ein einfaches Ingwer-Zitronen-Wasser schmeckt zu jeder Jahreszeit: Kalt im Sommer oder warm im Winter. Dank seiner Vielfalt ist Ingwertee ein ganz besonderer Genuss.

Ingwertee zubereiten leicht gemacht

Es ist einfach, gut schmeckenden Ingwertee selber zu machen. Dazu braucht man nur wenige Zutaten: eine frische Ingwerknolle, idealerweise in Bio-Qualität, und heißes Wasser. Bei der Zubereitung gehst Du am besten wie folgt vor:

  1. Wasche die Ingwerwurzel gründlich (wichtig: nicht schälen).
  2. Schneide ein 3 bis 5 cm großes Stück ab.
  3. Schneide das Stück in dünne Scheiben oder rasple es mit einer Reibe.
  4. Gib die Stückchen in eine Tasse und gieße sprudelnd kochendes Wasser dazu.
  5. Lasse den Ingwertee ca. 10 Minuten abgedeckt ziehen. (Hinweis: Er wird schärfer, je länger die Ziehzeit ist.).
  6. Je nach Bedarf kannst Du den Tee zum Beispiel mit Honig süßen oder mit einem Schuss Zitrone oder etwas Minze verfeinern.

Du hast gerade keinen frischen Ingwer da oder möchtest Dir den Aufwand sparen? Bei Willi Dungl findest Du zum Beispiel die Teemischungen Ingwer-Zitrone und Ingwer-Kurkuma. Die Zubereitung geht denkbar schnell: Einfach den Teebeutel in der Tasse mit sprudelnd kochendem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen.

Ingwer-Zitronen Eistee in einer Kanne neben zwei Gläsern Eistee und einer Packung Willi Dungl Tee

Geheimtipp: Ingwerwasser!

Du hast keine Lust auf heißen Tee? Dann ist Ingwerwasser vielleicht etwas für Dich. Wasche dafür den Bio-Ingwer, schneide ihn – mit Schale – in dünne Scheiben und gib ihn in eine Karaffe mit kaltem Wasser. Lass ihn anschließend über Nacht im Kühlschrank ziehen. Am nächsten Tag kannst Du Dein Ingwerwasser genießen – bei Bedarf mit Eiswürfeln für den extrafrischen Trinkgenuss .

Du magst es gern etwas fruchtiger? Dann wirst Du unsere Bio-Fruchtsäfte lieben. Unser Gute Laune Fruchtsaft ist nicht nur angenehm fruchtig, er überzeugt auch durch eine leichte Ingwer-Schärfe.

Fünf Dinge, die Du über Ingwer wissen solltest

  1. Ist Ingwer Obst oder Gemüse?
    Frischen Ingwer findest Du im Supermarkt häufig in der Gemüseabteilung. Doch streng genommen gehört er weder zu Obst noch zu Gemüse: Ingwer ist eine Gewürzpflanze und gehört zur Familie der Ingwergewächse – ebenso wie Kardamom, Kurkuma und Galgant.
  2. Woran erkennt man frischen Ingwer?
    Beim Gang durch den Supermarkt stellt sich gerade Ingwer-Neulingen die Frage: „Wie sieht frischer Ingwer eigentlich aus?“ Frischer Ingwer hat eine feste, glatte Schale und fühlt sich fest an. Die Schale sollte möglichst unbeschädigt sein und das Rhizom sollte sich nicht leicht eindrücken lassen.
  3. Sollte man Ingwer schälen?
    Ingwer kann grundsätzlich mit Schale gegessen werden[5]. Bei frischem Bio-Ingwer reicht es meist aus, ihn gründlich zu waschen. Bei konventionellem Ingwer oder einer älteren, festen Schale empfiehlt es sich, den Ingwer zu schälen.
  4. Kann man Ingwer roh essen?
    Ingwer kann man prinzipiell auch roh essen, allerdings solltest Du beachten, dass er in der Form besonders scharf ist.
  5. Wie sollte man frischen Ingwer lagern?
    Ingwer sollte ungeschält aufbewahrt werden, idealerweise an einem trockenen, kühlen und dunklen Ort – beispielsweise im Gemüsefach des Kühlschranks. So hält er sich in der Regel mehrere Wochen. Ist eine angeschnittene Stelle etwas trocken geworden, kannst Du diese einfach abschneiden und den restlichen Ingwer weiterverwenden. Auch gebildete Triebe kannst Du entfernen, sofern das Rhizom ansonsten noch fest und unauffällig ist.
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